Doku des Monats: Oma & Bella

von Alexa Karolinski "Oma & Bella" ist das dokumentarische Porträt von zwei in Berlin wohnenden jüdischen Holoc...



von Alexa Karolinski



"Oma & Bella" ist das dokumentarische Porträt von zwei in Berlin wohnenden jüdischen Holocaust-Überlebenden, ihrer Freundschaft und ihrer Liebe zu jüdischem Essen. Filmemacherin Alexa Karolinski, die Enkelin von Oma, folgt den beiden Frauen durch ihren Berliner Alltag und erlaubt Einblick in den intimen Raum ihrer Charlottenburger Wohnung. Sie beobachtet die zwei bei ihren Touren durch die Stadt ebenso wie beim Kochen der Gerichte ihrer Kindheit. Dabei erzählen Regina und Bella Geschichten, machen Witze und erteilen Ratschläge. So entfalten sich die Leben und Persönlichkeiten zweier Frauen, die zwar in eine heute verlorene Welt geboren wurden, denen es aber doch auf erstaunliche Weise gelingt, sich die Gegenwart zu eigen zu machen.

Bei ihnen gehen Freunde, Familie und Bekannte ein und aus. Die Uhrzeit spielt keine Rolle. Regina und Bella haben immer ein Drei-Gänge-Menü parat; aber auch wunderbare Anekdoten und Tipps. Ist jemand krank? Kein Problem, eine Hühnersuppe, das jüdische Penizillin, wird es schon richten. Steht eine Party an? Die beiden wissen, mit klarem Borschtsch bezaubert man jeden Gast. Während sie gemeinsam in ihrer Einbauküche stehen und Kalbsfüße rasieren oder Zwiebeln schneiden, kommen sie ins Erzählen. Von ihrer Kindheit in Osteuropa, vom Leben in Kattowitz oder Vilnius und vom Überleben des Holocausts. Dann steht ein Gefühl von Verlust im Raum, ein Hauch von Trauer hängt in der Luft, die beiden kochen weiter. Wenn sie kochen, so sagen die Freundinnen, bewahren sie diese vernichtete Welt, halten sie lebendig. Lange halten sie nicht inne, dann klingelt das Telefon, ein Enkel ruft an, eine Freundin lädt zur Rommé-Runde, oder sie sind auf dem Sprung zum Markt, um weitere Zutaten für das nächste große Essen auszusuchen.


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