Reading List | Macht, Moral und Mut

Rebecca Solnit - Wenn Männer mir die Welt erklären Ich habe das Gefühl, viel zu spät dran zu sein mit Rebecca Solnit. Nicht blo...






  • Rebecca Solnit - Wenn Männer mir die Welt erklären


Ich habe das Gefühl, viel zu spät dran zu sein mit Rebecca Solnit. Nicht bloß, weil ihr Essay "When men explain things to me" bereits medial überall durch die Decke ging, sondern weil ich ihr Buch lese, mich amüsiere, verstehe und nicke und mich frage, wieso ich nicht schon viel eher auf sie gestoßen bin.
"Wenn Männer mir die Welt erklären" ist eine Sammlung von Essays von Solnit, einschließlich dem mit demselben Titel. Teilweise sehr witzig, teilweise wohl auch überspitzt, teilweise sehr ernst und überaus politisch, im Gesamten aber sehr wahr und nah für mich.






"Billig, billiger, Freelancer" steht im Artikel von Patrick Spät und bringt damit ein Problem der journalistischen und kreativen Selbstständigkeit auf den Punkt.

"Warum zetteln die Freelancer keinen Aufstand an? Einer der ersten Facebook-Mitarbeiter, Jeff Hammerbacher, hat da seine ganz eigene Antwort:

"Die klügsten Köpfe meiner Generation denken
darüber nach, wie sie Menschen dazu bewegen
können, auf Werbeanzeigen zu klicken.
Das ist scheiße."

Also, was tun? Vor allem junge Akademiker pimpen ihre Lebensläufe oft bis zum Exzess – und suchen trotzdem verzweifelt nach guten Jobs. Niemand sollte die Schuld dafür bei sich selbst suchen! Denn Arbeitslosigkeit ist kein individuelles Versagen, sondern ein Systemfehler. Gerade in der Medienbranche hilft Rumlamentieren wenig, moralische Appelle an die Medienkonzerne noch weniger."



  • Philosophie Magazin Spezial zu Hannah Arendt



Wupppertals Hauptbahnhof ist leider im Umbau und weist leider nicht mehr den klassischen Presse & Buch Laden auf, aus dem ich an diversen Bahnhöfen im Lande immer meine (Philosophie-)Zeitschriften beziehe. Ein netter Mensch hat mir jedoch die Sonderausgabe des Philosophie Magazins über Hannah Arendt mitgebracht, die ich unbedingt in meine Finger kriegen wollte.

Denk-Beziehungen
Flucht, Judentum, Menschenrechte
Totalitarismus
Vita Activia
Das Böse
Politik, Macht, Öffentlichkeit

sind die Kategorien, in denen sich ganz unterschiedliche und vielseitige Artikel finden und sich mit Arendt Person, ihren Werken und ihrer Philosophie, neuen Forschungen und Gedankenfortführungen und aktuellen Problemen auseinandersetzen. Die Banalität des Bösen, der Sinn von Arbeit, Ursprünge des Totalitarismus, Flüchtlingsrechte, der Geist der Freundschaft etc. Ich denke, dass jeder, der sich von Arendt begeistern lässt etwas für sich findet. Wer noch nie etwas von ihr gelesen hat und vorher ein wenig Einblick haben möchte, kann sich ja mal diese DOKU und den FILM über Hannah Arendt ansehen.








Auch in die Reihe von Macht, Moral und Mut passend ist Madeleines Artikel auf ihrem Blog dariadaria, aus dem ich zum Ende hin einen kleinen Teil hervorheben möchte, ehe ihr ihn hier ganz lesen könnt.

You only live once, but if you do it right, once is enough.” Oft habe ich das Gefühl, wir realisieren nicht, dass es kein zweites, drittes, viertes Leben geben wird. Es gibt nur dieses eine Leben. Und trotzdem weilen so viele Menschen unter uns, die Tag für Tag ihre Wünsche und Bedürfnisse hinaus schieben. So lange, bis sie registrieren, dass es zu spät ist.
Wir führen Beziehungen, die wir emotional schon längst beendet haben. Wir trennen uns jahrelang nicht, weil wir uns dem Auseinandergehen nicht stellen wollen. Wir verbringen die schönsten Jahre unseres Lebens in Jobs, die uns Tag für Tag mehr ankotzen. Wir verbringen 5 Tage die Woche damit uns auf die 2 Tage zu freuen, an denen wir das tun können, was uns Spaß macht. Wir beschweren uns über zu wenig Zeit für die Dinge, die wir lieben. Wir trauen uns so oft nicht ins kalte Wasser zu springen, obwohl wir nichts zu verlieren haben. Wir hetzen einer Karriere nach, weil Familie oder Gesellschaft uns von klein auf indoktriniert haben, dass mehr Geld in mehr Zufriedenheit resultiert. Wir nehmen diese Rechnung für Bares, schuften, sind überarbeitet, ausgelaugt, müde und stellen irgendwann fest: diese Rechnung geht nicht auf. (...)
Doch müssen wir erst sterbenskrank werden, um zu merken, dass unsere Zeit auf der Welt kostbar ist? Müssen wir erst von einer Bekannten hören, die mit 19 ums Leben gekommen ist, um zu realisieren, dass jeder Tag der Letzte sein kann? Und müssen wir erst einen Lebenskalender mit vielen, aber irgendwie doch nicht so vielen, kleinen Kästchen vor Augen geführt bekommen, um festzustellen, dass das Leben begrenzt ist?"






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