Morning Pages

Die Morgenstunden sind für mich die wichtigsten, die ehrlichsten und - das aber leider nicht immer - die schönsten Stunden am Tag. Ich...



Die Morgenstunden sind für mich die wichtigsten, die ehrlichsten und - das aber leider nicht immer - die schönsten Stunden am Tag. Ich schreibe sehr regelmäßig Morning Pages. Damit bin ich nicht die einzige auf der Welt, aber gesprochen wird darüber nicht so viel, finde ich.

Morgende sind für mich so viel wichtiger als Abende. Auch aus diesem Grund schreibe ich lieber früh als spät. Abends bin ich manchmal so erschöpft und zu unruhig und beladen von den Erlebnissen des Tages, die noch so frisch und so nah sind. Am Morgen danach haben sie sich gelegt, wurden unbewusst oder bewusst überdacht und ich kann sie mit Distanz anders bewerten und zu Papier bringen.

Jeden Morgen trinke ich meinen Tee, während ich am Schreibtisch sitze und 1 - 3 Seiten in meinem Notizbuch fülle. Mit allen Gedanken, die ich in den Momenten gerade habe. Meist beginnen sie entweder mit einem Traum, den ich hatte oder mit Geschehnissen des vorangegangenen Tages. Damit, was mir gerade durch den Kopf geht - und das ist seit einigen Monaten extrem viel. Mit Beobachtungen, Überlegungen, Sorgen und Plänen. Ich dokumentiere, wie es mir geht, was geschieht, inwiefern ich das deute. Ich schreibe auf, falls mir etwas auffällt, während ich in der Bahn sitze und verewige Formulierungen und Momente, die mir nicht mehr aus dem Kopf gehen. Als Tagebuch würde ich es dennoch nicht bezeichnen.

Ich bin ein Frühaufsteher, stehe oft Stunden vor dem Moment auf, in dem ich das Haus verlassen muss. Wenn ich produktiv sein will, muss ich das bereits ab dem Morgen sein und Verschlafen ist ein Alptraum für mich. Ich brauche und nehme mir morgens Zeit.
Durch diese Morning Pages beginne ich den Tag ruhig und dennoch auf eine Weise produktiv. Wirklich jeden Tag zu schreiben ist mittlerweile keine Hürde mehr, sondern eine erleichternde Stütze. Ich bekomme selbst in den größten Krisen einen Hauch mehr Klarheit in meinen wirren Gedanken, weil ich durch das formulieren gezwungen bin, sie zu benennen und zu strukturieren.

Ich mag das Licht, wie es fällt oder sich gerade erst mit dem Sonnenaufgang ausbreitet. Und ich mag es, in das noch schlafende Gesicht zu blicken, das noch im Bett liegt. Ich mag es, dass die Straßen leer sind und langsam aber sicher immer mehr Menschen auf den Weg zur Arbeit und zur Schule in ihren Tag starten. Ich mag die Stille, mag das Für-mich-sein. Und ich mag es, gefühlte Ewigkeiten später in meinen Notizen zu blättern und nochmals zu verstehen, was ich gedacht habe.




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5 x

  1. :-) :-) :-)
    Hast mich grade erinnert, dass ich das auch mal machen sollte, einfach täglich 1-2 Seiten Gedanken aufzuschreiben... :) Gibt dann doch viel Kram, den ich trotz meiner großen Veröffentlichungsbereitschaft nicht auf dem Blog schreiben will.

    Da ich derzeit um 7 Uhr das Haus verlasse und die Zeit davor für den ganzen andern Kram brauche, werden es wohl erstmal Abendpages sein, trotzdem.

    Ich mag deinen Blog sehr sehr gerne, liebe Janet. Mach bloß weiter so!

    xx Ana // www.disasterdiary.de

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    1. Oh das freut mich!
      Manchmal passt es tatsächlich nicht in den Tagesrhythmus hinein, aber es bringt (mir) wirklich so so viel! Vielen Dank dir. :)

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  2. Hm, das habe ich noch gar nicht richtig in Erwägung gezogen. Ich habe bisher immer nur abends geschrieben, aber das hat sich in den letzten Jahren sehr geändert. Ich bin müde und trotz meines vollen Kopfes bin ich einfach zu erschöpft... Vielleicht probiere ich es mal mit Morning Pages. Ich habe mittlerweile auch die "Magie" des Morgens für mich entdeckt und stehe lieber früher auf und genieße meine Morgenroutine als länger zu schlafen.

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  3. Morgens bin ich auch meistens produktiver und kann besser Blogartikel schreiben, das ist mir auch schon aufgefallen.

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  4. ich hab gerade deinen blog durch kleiderkreisel entdeckt und muss dir einfach mal sagen, dass ich schon echt lange nicht mehr so begeistert von einem blog war. ich mag es wie du die dinge siehst und wie du schreibst.
    ich schreib eigentlich immer abends meine gedanken auf - mal mehr oder weniger regelmäßig. aber vielleicht sollte ich mich auch mal morgens daran versuchen :)

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