Eine Welt ohne Männer

In Zeiten, in denen Menschen wie Trump, Putin und Erdogan an der Macht sind und trotz aller Aussagen ikonischen Status erlangen, kann un...


In Zeiten, in denen Menschen wie Trump, Putin und Erdogan an der Macht sind und trotz aller Aussagen ikonischen Status erlangen, kann und sollte man so einiges hinterfragen. Die Doku des Monats im Juli hausiert mit einer provokanten Frage: Wie wäre eine Welt ohne Männer?
Wäre das Fortbestehen der Menschheit möglich? Wie funktioniert asexuelle Fortpflanzung in der Natur? Wie (un)ethisch ist dieses Gedankenexperiment überhaupt?

Die 3sat Doku Welt ohne Männer findet ihr hier.







Reproduktionsmediziner arbeiten an einem Verfahren ohne Spermien
Männer sind krimineller, bringen sich öfter um, sterben früher und leben riskanter als Frauen. Brauchen wir sie noch? Oder können wir uns wie viele Tiere eingeschlechtlich fortpflanzen?
Im Herbst 1955 hieß es im "Spiegel", dass es laut Schätzungen von Wissenschaftlern hin und wieder Jungfernzeugungen auch beim Menschen gebe. Bisher konnte dies aber noch nicht bestätigt werden. Im Labor gibt es zwar die Möglichkeit, durch "Haploidisierung" eine menschliche Eizelle mit einer anderen Körperzelle der Frau zu befruchten. Ein überlebensfähiger Embryo ist aus diesen Experimenten allerdings noch nicht hervorgegangen. Bei Mäusen hat es aber schon geklappt.
Anfang der 2000er Jahre gab es ganz schönen Wirbel um das männliche Geschlechtschromosom mit dem Namen Y. Während das weibliche X-Chromosom noch über ein "Backup"-Chromosom verfügt, steht das männliche ziemlich alleine da. Das bedeutet, dass das Chromosomenpaar der Frauen den Vorteil hat, sich selbst reparieren zu können: bei der Bildung von Eizellen greift der weibliche Körper auf das andere X-Chromosom zurück, um Fehler im Bauplan zu korrigieren. Für Männer bleibt nur, auch fehlerhafte Spermien in die Welt zu schicken. Deshalb sammeln sich immer mehr Fehler auf dem Y-Chromosom an wie auf einem Schrottplatz.
Zu diesem Schluss kamen britische Wissenschaftler wie der Genetiker Bryan Sykes, der die Ergebnisse der Forschungen in seinem 2003 erschienenen Buch "Keine Zukunft für Adam" zusammenfasste. Die gleiche These nutzte der Genetiker Steve Jones, um den Mann im selben Jahr als "Irrtum der Natur" zu bezeichnen. Inzwischen wurde dies aber widerlegt - das Y-Chromosom könnte laut Evolutionsbiologen länger überleben als bisher angenommen.

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